Ich hätte niemals gedacht, dass ich so etwas mal loswerden muss. Aber – und nach einem „Aber“ kommt selten etwas Gutes – ich mache mir große Sorgen um unsere Gesellschaft. Sie wirkt krank, so spürbar wie lange nicht. Statt mit der Zeit mehr zu verstehen, scheinen wir immer mehr misszuverstehen.
Dies sind eindeutige Zeichen für eine Kultur, die sich selbst zugrunde richtet. Und ausgerechnet diejenigen, die am lautesten schreien, dass sie uns retten wollen, sind die, die uns durch Ignoranz, Täterschutz und ihre eigene Dunkelheit in dieses Dilemma geführt haben. Mein Rat an sie: Rettet euch erst einmal selbst. Denn eure Worte sind asynchron mit euren Taten.
1. Das „C“ als trojanisches Pferd: Der Verrat an den Werten
Wenn Täter in der Kirche ohne Konsequenzen bleiben, ist das mehr als nur menschliches Versagen. Es ist die Abwendung einer ganzen Institution von ihrer moralischen Grundlage. Sie wird zum reinen Geschäftsmodell. Aus diesem Grund haben sowohl die Kirche als auch politische Parteien, die sich auf das „C“ berufen, jedes Recht verloren, moralische Autorität für sich zu beanspruchen.
Solange das „C“ wie ein Marketing-Gag wirkt, bleibt es für viele nur ein trojanisches Pferd – ein Schutzschild für die eigene Boshaftigkeit. Die Konsequenz ist klar: Die Menschen wenden sich ab, weil sie diesen Selbstverrat nicht mehr ertragen.
2. Fallbeispiel: Der unchristliche Bischof und die verlorene Verantwortung
Ich verzeihe dem Bischof im Fall Brosius-Gersdorf nicht, auch wenn er sich entschuldigt hat. Ein Mann, der sich als Christ bezeichnet, lässt sich von einer Schlange etwas einflüstern und diffamiert öffentlich eine Person in einer Predigt? Christlich wäre es gewesen, zuzuhören, sich selbst ein Bild zu machen und Ruhe zu bewahren. Das ist Verantwortung. Stattdessen wird morgen in der Predigt wieder über das Miteinander geredet. Ich bin müde von dieser Scheinwelt.
3. Die Heuchelei der Emotionen: Ein perfides Spiel
Dieser Fall ist auch ein Symptom für ein tieferes Problem: ein Mangel an emotionaler Selbstkontrolle bei jenen, die anderen Emotionalität vorwerfen. Der Vorwurf, „Frauen seien zu emotional“, ist an Ironie kaum zu überbieten. Er kommt von Kreisen, die selbst gezielt mit negativen Emotionen und künstlichen Feindbildern Männer manipulieren, um Zulauf zu generieren.
Meine Erfahrung zeigt, dass es vor allem Männer aus patriarchal geprägten Umgebungen sind, die zu große Egoprobleme haben, um sich Hilfe zu suchen. Stattdessen verwechseln sie emotionale Instabilität mit Stärke.
4. Das Kernproblem: Kinder an der Macht
Ein Kernproblem unserer Zeit scheint in Männern an Machtpositionen zu liegen, die emotional auf der Stufe von Kindern verharren. Statt sich Hilfe zu suchen, gehen sie in die Politik oder ins Internet, wo es einen fast konsequenzlosen Raum für sie zu geben scheint. Ihr Motto: Nach mir die Sintflut! Das Amt wird nicht zur Mission für das Allgemeinwohl, sondern zum persönlichen Rachetrip. Am Ende leiden wir alle darunter.
Die Moral der Geschichte: Schau hinter die Fassade
Wir haben alle Mittel für den Fortschritt. Doch die Entscheidung dieser falschen Machtmenschen lautet: Rückschritt, Marsch! Das trojanische Pferd hat gewonnen. Aber nur diese eine Schlacht.
Das lehrt uns: Oberflächlichkeit rettet schreckliche Menschen.
Ein Anzugträger kann arm und unseriös sein.
Ein Polizist ist nicht immer dein „Freund und Helfer“.
Ein Priester kann ein Sünder sein.
Ein Politiker, der einen Eid geschworen hat, kann ein asozialer Egoist sein.
Was also tun? Ein Plädoyer für radikale Offenheit
Was bleibt, ist die Erkenntnis, ohne Vorurteile – weder positive noch negative – auf Menschen zuzugehen. Jeder hat eine Schublade, sie bedeutet Sicherheit. Oberflächlich bist du nur, wenn du jemanden darin lässt, ohne ihn je kennengelernt zu haben.
Jeder hat eine Chance verdient. Lerne die Menschen kennen. Stelle mehr Fragen. Führe dich selbst zur Lösung. Denn es gibt sie, die Menschen, die es ernst meinen und Positives bewirken wollen. Lass sie nicht unter den Bösen leiden.
Warte auf den einen Moment, in dem du dir sicher sein kannst, wen du vor dir hast. Er kommt. Immer. Aber bis dahin…
Let it be, let it be, let it be, let it be…




























































Ich habe eine kleine Auszeit hinter mir. Während meiner Auszeit habe ich sehr viel meiner Arbeit für u.a. die Württembergische, RECARO, IBM, Lieferheld, Hitachi, Fiat, 20th Century Fox, verschiedenen Business Angels, Corporate Startups, Accelerator Programme, Adel, Influencer, Personen des öffentlichen Lebens u.v.m. reflektiert und immer wieder fiel mir das Gleiche auf. Während im Leben einfach unfassbar viel künstlich verkompliziert wird, dürfen wir eines nie aus den Augen verlieren: Die Basis. Denn egal mit welchen Unternehmen ich zu tun hatte, egal durch welche Gänge ich gelaufen bin, eine Melodie hat mich immer begleitet: Wer – Wie – Was – Wieso – Weshalb – Warum, wer nicht fragt bleibt dumm.


