Um was gehts?!
Es war eine dieser Nächte. Der Regen prasselte gegen das Fenster, die Luft war schwer und in meinem Kopf drehte sich alles – wie so oft, wenn ich versuche, das künstliche Chaos in einer Kreativbranche in etwas Handfestes zu verwandeln. Der Sonnenaufgang erinnert mich daran, wie wichtig mir dieses Thema ist: Hi, du bist der Kreative, der im Schatten arbeitet, um das Rampenlicht zu gestalten. Du wirst gebraucht – vergiss das nicht. Du bist niemandes Diener, niemandes Bittsteller. Aber in einer Welt, in der viele Influencer oftmals mehr Diva (m/w/d) als Unternehmer sind, fällt es nicht leicht, den Kopf über Wasser zu halten.
Lass dich nicht von vagen Versprechen und Vertrauensfloskeln täuschen, nur um ohne Kompensation auf der Strecke zu bleiben. Es geht um Kontrolle, Klarheit und vor allem deine Verantwortung. Verantwortung für dich, dein Geschäft und deine Grenzen. In diesem Leitfaden erfährst du, wie du das erreichen und dich perspektivisch neu sehen kannst.
Am Ende zählt nur eins: Dein Geschäft ist das, was du daraus machst.
- Release: 12.01.2025 -
- V: 17.01.2025
- x 21:11 Uhr
Dein Geschäft ist das, was du daraus machst
In der Kreativbranche ist es oft schwer, sich von der Masse abzuheben und gleichzeitig als Geschäftsperson ernst genommen zu werden. Besonders als Cutter, Kreativer oder Freelancer im Umfeld von Influencern und Menschen im Rampenlicht kann es schwer sein, Grenzen zu setzen und sich nicht in unklare, mündliche Abmachungen oder unangemessene Bedingungen hineinziehen zu lassen. Nicht selten kommen dann auch noch dazu: Psychische Belastungen und chaotisches Projektmanagement – all das kann schnell an die Substanz gehen. Dieser Blogbeitrag richtet sich an Cutter, Designer und andere Kreative, die für „besondere“ Persönlichkeiten im Rampenlicht arbeiten.
Es geht darum, wie ihr euch schützen, Grenzen setzen, professionell aufstellen und langfristig erfolgreich sein könnt, ohne eure Seele dabei zu verkaufen oder euch selbst zu verlieren.
Selbstständigkeit bedeutet Verantwortung – auch für euch selbst
Was über viele Influencer gesagt wird: „Influencer sind keine Geschäftsleute, sondern kleine Kinder, die diese Zeit mal psychologisch aufarbeiten sollten, um im Inneren endlich älter als 3 Jahre alt zu werden“. Aber gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass viele es auf der anderen Seite ebenso nicht begreifen, dass sie keine Kinder mehr sind. Viele „Kreative“ in der Branche scheinen zu vergessen: Ihr seid ein Geschäft. Ihr seid Selbstständige. Keine Bittsteller. Werdet euch der Verantwortung bewusst, die ihr tragt – gegenüber euch selbst und eurem Leben. Ihr seid keine Angestellten. Ihr seid selbst ein Unternehmen.
Verlasst euch nicht auf mündliche Floskeln wie „Bruder x Schwester, vertrau.“, sondern setzt auf klare, festgehaltene Verträge, die euch Sicherheit geben. Wer da nicht mitzieht, will euch sowieso nichts Gutes, und ehrlich gesagt, solltet ihr dann die Arbeit gleich lassen.
Ihr seid auf Augenhöhe mit dem Influencer / Partner. Zwei Selbstständige, die miteinander arbeiten. Der Influencer kommt zu euch, weil er etwas braucht – etwas, das für sein Geschäft Mehrwert erschaffen soll, damit er sich auf das konzentrieren kann, was er am besten kann: Content machen.
Und ihr braucht ihn, damit ihr das tun könnt, was ihr am liebsten macht: Etwas kreieren, das nicht nur den Ansprüchen des Kunden gerecht wird, sondern auch euch glücklich macht und euch mit Stolz und ebenso Geld versorgt.
Vertiefung: Ihr seid keine Angestellten
Als Selbstständige in der Kreativbranche seid ihr keine Angestellten. Das bedeutet, euer Kunde – sei es ein Influencer oder ein Unternehmen – hat keine Weisungsbefugnis über euch. Er kann nicht entscheiden, wann, wie oder von wo aus ihr arbeitet, es sei denn, dies ist ausdrücklich (für eine temporäre Dauer) vertraglich geregelt. Ebenso wenig darf er bestimmen, wann ihr Urlaub macht oder welche Prioritäten ihr setzt, so lange ihr kommunizierte / vertragliche Termine einhaltet.
Dennoch tragt ihr eine Verantwortung gegenüber eurem Kunden. Es ist eure Pflicht, frühzeitig zu kommunizieren, wenn Abwesenheiten, Urlaub oder andere Einschränkungen anstehen (z.B. Erkrankung).
Wenn ihr vertraglich verpflichtet seid, kontinuierlich zu liefern, liegt es in eurer Verantwortung, für Ersatz zu sorgen, der diese Arbeit übernimmt – und zwar auf eure Kosten.
Dieser Ersatz muss die vereinbarten Qualitäts- und Lieferstandards erfüllen, sodass der Kunde weiterhin seine Projekte wie geplant umsetzen kann.
Nein, ich werde nicht müde davon, es zu wiederholen: Ihr seid keine Angestellten! Ihr seid Unternehmer und mit dieser Freiheit kommt auch die Verpflichtung, eure Arbeit so zu organisieren, dass der Kunde nicht darunter leidet.
Hallo Influencer, die hier mitlesen
Auch an die Influencer, die diesen Beitrag lesen: Die Zeiten, in denen ihr einfach machen konntet, was ihr wollt, sind vorbei. Euer Business wächst, Marken investieren immer mehr in eure Plattformen und mit der steigenden Professionalisierung wachsen auch eure Verantwortlichkeiten.
Verträge sind kein notwendiges Übel, sondern eine Absicherung – AUCH für euch. Wenn ein Freelancer seine Verpflichtungen nicht erfüllt, könnt ihr euch darauf berufen, Zahlungen zurückhalten und unter Umständen Schadensersatz geltend machen, wenn ihr euch selbst um Ersatz kümmern müsst.
Das gibt euch Sicherheit, da eure Werbepartner etc. ebenso auf verlässliche Ergebnisse angewiesen sind wie ihr selbst.
Denkt daran: Ihr seid nicht nur Content Creator, sondern auch Unternehmer. Wer sich nicht an vertragliche Verpflichtungen hält – egal, ob Cutter / Kreativer oder Influencer – riskiert das Vertrauen seiner Partner und letztlich sein eigenes Geschäft.
Kurz gesagt: Selbstständigkeit bedeutet Verantwortung. Sie ist nicht der einfache Ausweg aus dem Hamsterrad (größte Lüge), sondern ein neuer Weg, der Organisation, Planung und Professionalität erfordert. Wenn ihr (Influencer und Kreative) dazu nicht bereit seid oder alles ein Chaos ohne Veränderung im Hintergrund ist und ihr keine Lösungen dafür findet (für z. B. Unzuverlässigkeit gegenüber Partnern, zu viel Stress, Überforderung…), solltet ihr euch überlegen, ob ein Angestelltenverhältnis nicht die bessere Wahl ist.
Wichtig: Künstlersozialkasse als Auftraggeber – Das solltet ihr wissen
Wenn ihr mit Freelancern aus der Kreativbranche (z. B. Designer x Cutter) zusammenarbeitet, gibt es eine wichtige gesetzliche Regelung: die Künstlersozialkasse (KSK). Als Auftraggeber seid ihr verpflichtet, eine Künstlersozialabgabe auf die Honorare zu leisten – und das unabhängig davon, ob der Freelancer selbst Mitglied in der KSK ist oder nicht.
Diese Abgabe ist ein wesentlicher Bestandteil der sozialen Absicherung für kreative Selbstständige, da sie zur Finanzierung von Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung beiträgt. Für euch bedeutet das, euch mit den Anforderungen und Abläufen vertraut zu machen, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.
Weitere Informationen zur Abgabe und wie ihr sie korrekt handhabt, findet ihr auf: https://agd.de/fuer-dich/fuer-auftraggeber/kuenstlersozialkasse/.
Scheinselbstständigkeit vermeiden
Und auch für euch liebe Influencer: Eure Freelancer sind keine Angestellten. Wenn ihr darüber bestimmen wollt, wer wann wie was zu tun hat (fernab von festgelegten Deadlines) und Urlaub bekommt oder nicht und nur für euch da sein soll: Stellt ihn ein. Das werdet ihr auch müssen, wenn er nur für euch arbeitet: Thema Scheinselbstständigkeit – wenn ihr sie dann auch noch in Videos als eure Angestellten bezeichnet, macht ihr euch für das Finanzamt und die Sozialversicherungsträger noch angreifbarer.
Ich denke, dass kann noch ein sehr großes Thema für die Branche werden.
Ansonsten ist jeder für euch ein Geschäftspartner, dem auf Augenhöhe, professioneller Distanz und transparent begegnet werden sollte.
Für die Kreativen: Verschafft euch unbedingt Klarheit darüber, ob ihr Scheinselbstständig seid oder nicht! Wie ihr das machen könnt? Woran es bemessen wird? Wie ihr es vermeiden könnt? Erfahrt hier mehr: https://gruenderplattform.de/unternehmen-gruenden/scheinselbststaendigkeit
Geld verdienen ist kein Verbrechen
Ich bin es leid, ständig zu hören, dass es sich um eine „unregulierte Branche“ handelt und alles so neu und deshalb chaotisch ist. Nein, das ist es nicht. Es ist eine ganz normale Selbstständigkeit. Und genauso solltet ihr sie auch behandeln: Angebot, Qualität x Nachfrage. Ihr werdet dafür bezahlt, einem anderen Selbstständigen Komfort zu verschaffen und im Gegenzug bezahlt er euch, damit ihr nicht aufhört, das für ihn zu tun. Denn er ist mit der Arbeit zufrieden, er kann sich darauf verlassen und es bringt ihm einen Mehrwert – Stressfrei und effizient. Fokus und Ruhe.
Das bedeutet: Damit das eine Zukunft haben kann, muss die Bezahlung stimmen und ihr müsst auf einen Nenner kommen, wenn ihr das hauptberuflich machen wollt. Wenn ihr davon leben wollt, braucht ihr mehr als nur das Minimum. Wie hoch dieser Betrag ist und wie ihr ihn ermittelt? Schaut mal auf kajy.calculate.design, das hilft euch, euren Mindestbedarf zu berechnen. Gleichzeitig solltet ihr euch aber von der alten Denke verabschieden und die Stundenabrechnung hinter euch lassen. Gut zu wissen: Die Allianz deutscher Designer empfiehlt einen Mindestsatz von 120 € / h aber…
Stundenabrechnungen sind der Tod jeder Skalierung. Paketpreise sind die Zukunft!
Alles, was ihr macht, hat einen Preis – ob das Schneiden, Projektmanagement oder Lizenzverwaltung für Musik ist. Ihr solltet ein Gefühl dafür entwickeln, wie lange ihr für welche Videos / Arbeit benötigt. Und dann macht ihr eure Rechnung mit einem Paketpreis. Das bedeutet: Es spielt keine Rolle, ob es 3 Stunden oder 10 Stunden dauert – ihr werdet mit der Zeit schneller und besser, aber ihr solltet nicht weniger verdienen, nur weil ihr schneller und besser werdet…
Am Ende geht es nämlich um die gesunde Kombination aus Aufwand und Mehrwert, den ihr erschafft, nicht nur darum, wie lange ihr für das Produkt benötigt. Dieser Mehrwert ist je nach Kunde (Verdienst / Reichweite / Status) zu bewerten und spielt in der Preisgestaltung eine große Rolle.
Und wichtig: Ihr sagt immer zuerst den Preis, sofern ihr die Möglichkeit dazu habt. Ihr setzt den Anker als Basis für die Zusammenarbeit mit euch sonst niemand. Gibt es allgemeine Preise, nach denen man sich richten kann? Ja. (Ihr werdet innerhalb dieses Beitrages dazu einen Link entdecken – also dranbleiben.)
Warum Paketpreise die Lösung x eure Zukunft sind
Ich habe die Falle schon zu oft erlebt. Wenn ihr den Stundensatz anhebt, wird das immer schwieriger und langwieriger in einer Diskussion, als z.B. einfach zu sagen: „Lizenzen sind teurer geworden, wir arbeiten mit neuen Technologien, die bessere Ergebnisse und mehr Effizienz garantieren etc.“
Und damit seid ihr dann raus aus einer ständigen Diskussion, die meistens aus sehr viel hin und her besteht. Denn ansonsten wird der Gierige zum nächsten Typen gehen, der für 20 Euro die Stunde arbeitet, weil er nicht versteht, was er eigentlich alles von euch bekommt und sucht sich ein paar Monate später wieder das nächste Opfer, weil der für 20 Euro nicht mehr arbeiten kann, weil ihm der Strom abgestellt wurde. Am Ende wird er vermutlich versuchen, wieder bei euch anzuklopfen, aber dann antwortet ihr ganz locker: „Keine Kapazität“.
Merke: Solche Menschen sind sowieso nicht an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert sondern wollen andere einfach nur ausbluten lassen, es geht nur um das, was sie selbst wollen: ICH ICH ICH.
Macht euch frei von der leichten Vergleichbarkeit
Beispiel: „3 Reactions, 3 Shorts, Projektmanagement, Lizenzen, Verwaltung, Backups etc. mit Ausgangsmaterial X = Preis Y.“ Und dann brecht ihr es auf die einzelnen Punkte runter – Skizzierung, Konzept, Vorbereitung etc.. Ihr kennt eure Arbeitsschritte am besten und könnt ganz transparent zeigen, was dahintersteckt.
Innerhalb der Pakete gibt es noch Zusätze mit einzelnen Kostenpunkten, die der Kunde vielleicht aussuchen könnte wie z. B.: Verbessertes Audio, Untertitel, mehrere Versionen von Thumbnails / Bildern für verschiedene Plattformen und weitere Bildbearbeitungen. Schnürt sinnvolle, aber optionale Angebote und verliert euch nicht in der „Künstlerattitüde“. Alles hat seinen Aufwand. Alles seinen Preis.
Nicht vergessen: Ihr seid auch ein Unternehmen. Ihr müsst wirtschaftlich sein und wenn ihr plötzlich bemerkt, dass ihr von Anfang an zu viel für zu wenig Geld gemacht habt, ist es zu spät und ihr hängt in der Preisfalle fest.
Wie handhabe ich spontane Preisanfragen?
Wenn du spontan nach einem Preis gefragt wirst, bevor du alle Details des Projekts kennst, ist es eine gute Idee, mit einer Preisspanne zu antworten. Du könntest sagen: „Basierend auf ähnlichen Projekten, die ich bereits umgesetzt habe, liegt der Preis in der Regel zwischen 12.000 und 8.000 Euro. Der genaue Betrag hängt jedoch vom genauen Umfang und den spezifischen Anforderungen ab, die wir noch besprechen müssen.“
Die höhere Zahl zuerst zu nennen hat den Vorteil, dass du dem Kunden den Wert deiner Arbeit klar vor Augen führst und gleichzeitig ein gewisses Vertrauen in dein professionelles Angebot aufbaust. Indem du eine Preisspanne gibst, vermeidest du, dass der Kunde sich auf eine konkrete Zahl festlegt, ohne dass du mehr Informationen über das Projekt hast.
Wenn du dann mehr Details erhältst, kannst du den Preis und dein Paket klar kommunizieren, aber du hast von Anfang an den Rahmen abgesteckt und gleichzeitig Flexibilität gezeigt. Es ist auch wichtig, transparent zu kommunizieren, dass der endgültige Preis erst festgelegt werden kann, wenn du ein besseres Verständnis für den Umfang und die Anforderungen des Projekts hast.
Weil ihr es euch Wert seid!
Viele sehen nur das Endprodukt und denken: „Da hat jemand ein paar Striche/Klicks gemacht“. Aber was wirklich dahintersteckt? Zum Beispiel: Zielgruppenanalyse, Designtrendforschung, Feedbackschleifen und so weiter.
Schlüsselt immer alles transparent auf und denkt immer daran: Bereitet alles so im Detail auf (Stichpunkte), als hättet ihr es mit dem dümmsten Menschen der Welt zu tun. Ihr wisst, was ihr alles macht und haltet so viel für selbstverständlich, woran andere nicht einmal dachten, dass das überhaupt eine Rolle spielen könnte.
Raus aus der einfachen Vergleichbarkeit: Zeigt euch!
Ergänzung: Ihr verkauft einen Mehrwert, ein Produkt als Selbstständige – Geld gegen Lebenszeit hält euch ewig in einer Arbeitnehmer Rolle und weg vom Business und wie bereits gesagt: Wachstum.
Als hauptberuflich Selbstständige solltet ihr das Ziel haben, mindestens 8.000 – 10.000 € im Monat zu verdienen. Netto. Ohne 19% Umsatzsteuer.
Verträge sind ein Muss
Ich kann es nicht oft genug betonen: Es gibt von Anfang an Verträge. Kündigungsfristen, Lizenzen, Sonderwünsche, Nachtschichten, Wochenendarbeit etc. – alles wird festgehalten, bestätigt und unterschrieben. Erst dann geht es los. Wenn jemand plötzlich mehr will, bekommt er ein separates Angebot, dass er zu bestätigen hat oder die AGBs / Verträge werden erweitert.
Ihr seid Selbstständige, also habt Verantwortung für euch und euer Business. Wenn jemand sein Projektmanagement nicht im Griff hat und euch damit unnötig Stress macht, dann solltet ihr nicht dafür „bluten“ und am Ende nichts für den zusätzlichen Aufwand bekommen.
Also: Alles im Voraus klären, festhalten und transparente Verträge machen, die schon im Vorfeld das meiste abdecken. So wisst ihr alle, woran ihr seid und könnt euch beide auf das fokussieren, was wirklich zählt: Machen.
Thema Last Minute Zusatzarbeit / Nachtschichten
Wenn jemand wirklich will, dann kann er auch den Vertrag 24/7 unterschreiben. Lasst euch auch hier nicht mit einem „du bekommst es morgen, Bruder x Schwester, vertrau“ abspeisen bei (neueren) Partnerschaften. Ich habe selbst schon einmal von einem großen Unternehmen um 23 Uhr eine Bestätigung bekommen, damit ich über die Nacht durch Spaß haben darf. Das ist kein Sarkasmus, sondern das, was du fühlen wirst, wenn du einfach in Sicherheit bist.
Es ist ein unfassbar befreiendes Gefühl immer zu wissen, woran man ist und es fördert deine Kreativität mehr als alles andere, wenn du einfach nur einen freien Kopf und Fokus haben kannst.
Ist das nicht zu bürokratisch und misstrauisch? Auf gar keinen Fall.
Ich wiederhole mich: Verantwortung und Selbstrespekt, der sich über dein ganzes geschäftliches Machen durchziehen wird und dadurch ziehst du erst recht die großen Kunden an, weil du die Außenwirkung aufbaust: Alles unter Kontrolle – man kann sich auf mich verlassen, ich gehe transparent Verpflichtungen ein und regele das dann auch.
Ergänzung: Wochenendarbeit und Nachtschichten: 50% / 100% etc. Aufschlag? Ja.
Der Umgang mit schwierigen Persönlichkeiten im Rampenlicht
Ihr wisst ja, wie chaotisch das oft mit dem ein oder anderen „speziellen“ Menschen wird. Und da kommt der Übergang zum nächsten Thema, das ich am Anfang schon angedeutet habe: In der allgemeinen Bevölkerung trefft ihr eher selten auf jemanden mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung, ADHS oder einer anderen Neurodiversität.
Doch im Bereich der Menschen, die im Rampenlicht stehen, sieht die Sache schon ganz anders aus. Plötzlich ist der Prozentsatz, dass ihr auf solche Personen trefft, die das haben könnten und nicht unter Kontrolle haben, extrem hoch.
Daher mein Appell: Lasst euch nicht terrorisieren, heruntermachen oder versklaven, nur weil jemand einen Gottkomplex oder das „Main Character Syndrom“ hat. Oder öffentliche Gespräche unter Geschäftspartnern plötzlich im Stream führt. Wie kann man hier handeln?
Pragmatische Kommunikation, die Grenzen setzt
Ihr könnt einfach sagen: „Das ist geschäftlich und gehört nicht in die Öffentlichkeit. Wir reden später x auflegen.“ Ihr seid auch ein Business, genauso wie der Influencer. Haltet euch nicht künstlich klein und behandelt euch selbst mit dem Respekt, den ihr verdient und zieht klare Grenzen und zeigt Verantwortung und Professionalität. Denn schon durch diesen einen Satz wurde der andere im Endeffekt bloßgestellt und enttarnt. Das bringt viele Menschen oftmals dann zum Überdenken ihrer impulsiven Reaktionen, denn das wirkt tief.
Flüchtet euch nicht bei solchen Situationen in Rechtfertigungen oder Panikreaktionen – ihr seid ein Business und kein Diener x Untergebener. Der andere war respektlos und ihr habt einfach nur die Dinge klar benannt und damit viel mehr gesagt als euch womöglich in der Zukunft selbst bewusst sein wird.
Vielleicht hat es derjenige aber auch gar nicht böse gemeint und einfach nur unbedingt schnell regeln wollen? Der Satz bleibt. Denn hinter dem Satz steckt kein Angriff, sondern einfach nur eine klare Benennung von Tatsachen und maximal diplomatisches Verhalten, welches unangreifbar ist. Keine Emotionen. Es ist völlig irrelevant, wie es die andere Person meinte.
Wie gehe ich mit gezielten Provokationen um?
Lasst euch niemals öffentlich provozieren – auch hier einfache Worte, die viel bewirken können, wenn ihr das Gefühl habt, dass euch gerade jemand respektlos behandelt oder angreift: „Wie meinst du das?“
Und dann gibt es doch den Rückzieher oder der Mensch enttarnt sich bewusst als bösartig.
Geht niemals direkt auf diese Sachen im Business ein, denn dann seid ihr in der Falle und im Nachhinein kann jeder sagen: „Ach, was spinnst du so, so habe ich das doch gar nicht gemeint“ oder: „Also findest du das Video / deine Arbeit auch nicht gut, oder warum rechtfertigst du dich jetzt so vor allen?“. Und plötzlich seid ihr das, was eigentlich der andere in diesem Moment ist: Unprofessionell.
Atmen. Ruhig bleiben. Machtspielchen? Brauchst du nicht.
Damit schützt du dein Business, Ansehen und deine eigene mentale Gesundheit.
Noch einmal: Verträge – der Schutz für euch und eure Arbeit
Der Vertrag ist dann außerdem auch das Tool, um euch nicht in eventuell komischen Ausrastern von Dritten mit bereits genannten psychologischen x eigenen mentalen Problemen verlieren zu müssen und in eine Rolle zu kommen, in der keiner sein will (unterordnen aus Angst, bücken, kranken Menschen Macht geben und ihr Seifenblasen-Ego befriedigen…), sondern auf der sicheren Seite zu sein. Auch wenn es dann heißt: „Ich bezahle die Rechnung nicht, wenn du nicht dies oder das noch machst“ oder euch von heute auf morgen ein: „Ich habe keinen Bock mehr“ trifft.
Gut, ihr habt Verträge, Unterschriften und alles sauber. Dann ist euch das egal – die Rechnung könnt ihr dann an einen Dienstleister verkaufen, der das Geld eintreibt. Kostet euch ein paar Prozente, aber besser als ewig allem hinterherzurennen und den Blick auf Neues zu verlieren, oder?
Zusätzlich überlegt sich derjenige eher, ob er mit euch unprofessionell umgehen möchte oder nicht, wenn es vertragliche Kündigungsfristen und absolute Klarheit über Rechnungen gibt. Verträge sind euer Schutzschild, die euch fokussiert halten und ruhig schlafen lassen. Ebenso wie der nächste Punkt, der sehr wichtig für eure Selbstständigkeit ist.
Diversifikation: Kein Kunde darf euch dominieren
Ein großer Fehler vieler Selbstständiger im Influencerbusiness ist die Abhängigkeit von einem einzigen Kunden. Das macht euch nicht nur finanziell verletzlich, sondern gibt dem Kunden auch Macht über euch.
Euer Business sollte breit aufgestellt sein, um nicht von einem Kunden oder Auftraggeber abhängig zu werden. Wenn jemand versucht, euch zu erpressen oder euch zu manipulieren, ist es wichtig, die Kontrolle zu behalten und zu wissen, dass euer Business auch ohne diese Person weiterläuft.
Außerdem schützt euch das vor der rechtlichen Falle der Scheinselbstständigkeit, die entstehen kann, wenn ihr ausschließlich für einen Kunden arbeitet.
Aber das Wichtigste bleibt: Keine Macht den Psychopathen.
Meine Erfahrung mit Menschen, die das nicht beachtet haben
Es gibt eine Sache, die mir auf Veranstaltungen immer wieder auffällt: Ich kann förmlich spüren, wer in einer Abhängigkeit oder sogar „Verzweiflung“ steckt, weil er dringend irgendetwas ins Rollen bringen muss. Diese Haltung kostet euch am Ende nicht nur den Respekt, sondern auch potenzielle Kunden, denen ihr möglicherweise sogar hättet helfen können. Jeder seriöse Geschäftspartner merkt sofort, ob jemand frei und selbstbewusst agiert oder vor Anspannung fast zerbricht, weil er unbedingt diesen einen Deal braucht. Und mal ehrlich: Warum sollte man einem solchen Menschen ein Projekt anvertrauen, wenn das Risiko besteht, dass er durch seinen Druck das ganze Vorhaben wie ein Kartenhaus zum Einsturz bringt?
Mein Rat: Sucht euch Kunden, wenn es bei euch gerade gut läuft. Wenn ihr auf Veranstaltungen / bei Anfragen aus einer Position der Stärke sprechen könnt – von aktuellen Projekten, die erfolgreich laufen, und Herausforderungen, die ihr bereits gemeistert habt. Präsentiert eure Lösungen! Das schafft Vertrauen und zeigt, dass ihr Stabilität und Kompetenz mitbringt. Apropos Veranstaltungen – dazu später mehr.
Wachst langsam und fokussiert
Mein Tipp: Steigt nebenberuflich in die Selbstständigkeit ein und wachst langsam, aber fokussiert. Bereitet euch vor, indem ihr euch mit den rechtlichen Aspekten auseinandersetzt. Besucht Kurse zur Selbstständigkeit bei der örtlichen IHK und sorgt dafür, dass ihr euch die nötigen Kenntnisse aneignet.
Es gibt alles, was ihr braucht, ihr müsst nur die Initiative ergreifen, euch aktiv umschauen und nicht nur den Fokus auf reine Internetangebote setzen. Haltet euch fern von irgendwelchen Coaches mit: „IIIIIICH zeige euch wie ihr jede Woche eine Milliarde Euro verdient“ und nur über Geld reden können, aber nicht konkret über das wie und euch dabei tausende Euros abknüpfen. Welche Angebote gibt es, die wenig bis nichts kosten und euch weiterbringen?
Am Ende dieses Artikels bekommt ihr eine Sammlung, noch ein wenig Geduld.
PS: Ein analoges Netzwerk ist für die Selbstständigkeit unersetzbar, bietet Vertrauen, Sicherheit, Sichtbarkeit und echten Austausch mit Gleichgesinnten.
Schaut euch unbedingt nach Gründergrillen, Netzwerkveranstaltungen für Selbstständige etc. um. Auch hier kann euch eure örtliche IHK weiterhelfen.
„Mein Geschäft fokussiert sich nur auf Internetmenschen“
Holt euch auch Aufträge aus anderen Branchen an Land. Ihr braucht auch einmal ein wenig „Ruhe“ und in anderen Branchen ist es oftmals ein wenig entspannter als im Entertainment Bereich x einfacher Geld mit weniger Aufwand verdient.
Und bedenkt: In der Zukunft habt ihr vielleicht gar keine Lust mehr auf die Influencerbranche… und dann? Wieder bei 0 starten oder einfach nur neuen Fokus setzen, weil die Kunden schon da sind?
Lästige Bürokratie? Hätte hätte unter der Brücke
Und noch einmal: Auch wenn ihr gerade gegründet habt – es gibt nichts ohne Verträge und AGBs. Lasst euch diese erstellen – es ist nicht so teuer, wie ihr denkt und es schützt euch. Ich habe schon viel gesehen und erlebt und ich hoffe, dass dieser Beitrag euch hilft, nicht die gleichen Fehler zu machen, die schon sehr viele Menschen gemacht haben, die ich bereits begleiten durfte und dadurch dann sehr viel verloren haben, weil es zu der Arbeitszeit und dem Einsatz keinen Gegenwert gab.
Was letzte Preis?
Ach und wenn euch jemand anspricht und versucht, am Preis zu schrauben, obwohl ihr schon beim Mindestprojektpreis seid, dann bleibt stark und sagt: „Das ist der Preis. Das kostet es. Es ist jeden Euro wert.“ – zeigt Selbstbewusstsein, wenn ihr wirklich davon überzeugt seid, dass eure Arbeit den Mehrwert bietet, der verlangt wird.
Gleichzeitig stärkt das euren Selbstrespekt, Selbstbewusstsein und auch Ansehen bei Dritten. Es ist nicht arrogant zu wissen, was man kann und welche Ressourcen man dafür benötigt, um andere zu unterstützen und sich selbst dabei nicht zu ruinieren. Denn das zeigt gleichzeitig auch Verantwortung – gegenüber anderen Kunden, die auf euch zählen und euch selbst.
Wichtig: Habt die Beweise dafür und tut nicht nur so als ob. Die Welt wird zwar immer mehr zu: Wenn nur das Erzählte reicht und nicht das Erreichte zählt, aber behaltet die Bodenhaftung. Es ist auch wichtig für eure Ausstrahlung. Die Menschen mit dem Geld und der Fähigkeit mehr aus euch machen zu können spüren so etwas sehr schnell.
Deshalb seid immer ehrlich zu euch selbst und anderen. Es wird belohnt werden, sobald ihr das Haus verlasst und Menschen trefft, die potenzielle Kunden werden könnten und es wirklich ernst meinen.
Zusammenarbeit zwischen (noch kleinen) Influencern und Cuttern / Kreativen
Kommen wir noch schnell zu einem weiteren wichtigen Thema: Wie sollte die Zusammenarbeit zwischen Influencern und Cuttern / Kreativen aussehen, wenn der Influencer gerade erst anfängt? Es geht hier nicht nur ums Geschäft, sondern auch darum, wie man fair zusammenarbeitet.
Am Anfang braucht der Influencer euch, wie ein Startup, das keine großen Investitionen tätigen kann. Ihr seid wie Investoren, die mit Sachmitteln und Expertise in das Business einsteigen, weil auch ihr überzeugt seid, dass daraus größeres entstehen könnte. Investoren bekommen Unternehmensanteile – Ihre Prozente vom Geschäft – und diese müssen auch fair vertraglich festgehalten werden. Ihr seid jetzt Investor.
Wenn der Influencer irgendwann denkt, dass z.B. XX % zu viel Anteile sind, dann sollte er euch aus dem Vertrag herauskaufen x die Anteile nach der aktuellen „Unternehmensbewertung“ von euch zurückkaufen.
Denn auch ihr habt Ressourcen und Zeit investiert und ein Risiko getragen. Ihr hättet mit eurer Arbeit genauso komplett leer ausgehen können. Und genau das werdet ihr manchmal auch tun, manchmal nicht. Die Erfahrung zeigt, dass sich das ausgleichen wird. Stellt euch hier aber auch breit auf und habt andere SICHERE Einkommensquellen
Als Business Angel im Startup Business hat man auch oftmals z.B. 10 Investitionen, die eine Nullrunde machen, aber dann kommt das eine Investment, welches alles + weit darüber hinaus wieder hereinholt.
Für Influencer: Es ist wichtig, dass eure Verträge auch eine Regelung für die aktive Mitarbeit des Cutters oder Kreativen enthalten. Sollte dieser seine Aufgaben nicht mehr erfüllen können – sei es aus Überforderung, Desinteresse oder anderen Gründen – müssen klare Konsequenzen definiert sein. Zum Beispiel könnten die vereinbarten Prozente (XX %) reduziert oder vollständig entzogen werden, wenn die vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr erfüllt werden. Ebenso sollte festgelegt sein, dass ihr in solchen Fällen berechtigt seid, von den Anteilen einen Ersatz zu beauftragen, ohne die Vereinbarung zu gefährden. Diese Absicherung schützt euch beide und schafft eine solide Grundlage für eine professionelle Zusammenarbeit und / oder ein professionelles Auseinandergehen.
Niemand ist „kleiner“ oder „größer“
Es gibt kein „Influencer“, der nach unten blickt und „Cutter / Kreativer“, der nach oben schaut – es gibt nur zwei Selbstständige, die zusammenarbeiten, um etwas zu erreichen. Ihr braucht einander, um erfolgreich zu sein und genauso solltet ihr auch behandelt werden und ihr den anderen behandeln.
Wer euch als Bittsteller sieht, wird euch ausnutzen. Seid euch selbst bewusst, dass ihr genauso ein Business führt, wie der Influencer. Klare Verträge, transparente Kommunikation und eine starke Haltung sind der Schlüssel: Nur so könnt ihr langfristig erfolgreich in dieser Branche arbeiten und selbst wachsen und vielleicht ein größeres Business aufbauen, weil sich eure Qualität und Service durchsetzen und ihr ein professioneller Partner seid, auf den man sich verlassen kann.
Und noch einmal: Nichts ohne Verträge und AGBs. Schützt euch und euer Business, denn nur so könnt ihr auch langfristig gesund bleiben – sowohl finanziell als auch mental.
Ich hoffe, dieser Beitrag hilft euch weiter, euch klarer zu sehen und besser abzusichern.
Und auch das sollten wir noch einmal festhalten:
Ihr seid nicht nur Kreative, die Leidenschaftlich ihre „Kunst“ machen…
IHR SEID EIN UNTERNEHMEN!
Ich persönlich habe am Anfang mit diesen Tools und Partnern gearbeitet
- Leben: https://kajy.calculate.design/de
- Businessplan: https://www.existenzgruendungsportal.de/Navigation/DE/So-gehts/Businessplan/businessplan.html
- Business Model Canvas: https://www.existenzgruendungsportal.de/Redaktion/DE/Downloads/DE/Checklisten-Uebersichten/Businessplan/05_Business-modell-Canvas.pdf?__blob=publicationFile
- IHK für Gründerseminare / Events: https://www.ihk.de
- Für AGB: https://www.kanzlei-siebert.de/rechtsprodukte/beratung-fuer-agenturen-webdesigner/
- (Paket)Preise kalkulieren: https://vtv.calculate.design/
- Verein für Kreative: AGD – Allianz deutscher Designer (hat sich für mich am Anfang maximal gelohnt und die Jahresgebühren um ein Vielfaches herausgeholt, denn als Mitglied bekommt ihr den Kalkulator, Beratung, Netzwerk, Webinare und vieles mehr: https://agd.de/fuer-dich/fuer-designer/
Besonders hervorheben möchte ich: https://agd.de/service/rechtsberatung/ - Nur Rechtsschutz: https://rechtsschutz.agd.de/
- Rechnungen „verkaufen“: https://www.aifinyo.de/leistungen/inkasso/
- Lexoffice Buchhaltung, Rechnungen, Bankkontoabgleich: https://www.fuer-gruender.de/foerderer/lexoffice/ (6 Monate kostenlos)
- Konto: Kontist bzw. könnt ihr auch jetzt direkt über Lexware Office ein Konto eröffnen und synchronisieren: https://office.lexware.de/funktionen/geschaeftskonto/
Und wie ihr bestimmt schon bemerkt: Es sind persönliche Empfehlungen und ein Teilen meiner Anfänge – keine Werbung x keine Affiliatelinks. Gerne. Ich bin Mitglied in Startup und Gründerorganisationen + ein Wirtschaftsjunior und lebe das auch, um der Allgemeinheit etwas zu geben und andere zu unterstützen, weil mir am Anfang genauso geholfen wurde.
Wenn du dich vielleicht mal an mich erinnerst, sobald du erfolgreich bist, lade mich auf ein Steak ein. Ansonsten bin ich sicher einfach nur happy, dass du es geschafft hast. Deal? Deal.
Und damit es nun auch wirklich ankommt: Haftbarkeit ohne Absicherung
Ohne klare Verträge oder AGBs setzt ihr euch als Kreative großen Risiken aus – finanziell und reputationsmäßig. Wenn ihr Werke erstellt, die Urheberrechte oder andere Rechte Dritter verletzen, könnt ihr haftbar gemacht werden. Beispielsweise, wenn ein Influencer Thumbnails oder Videos mit geschützten Inhalten nutzt, die ihr erstellt habt, kann es schnell zu teuren Abmahnungen kommen, selbst wenn er das Material ohne Prüfung verwendet. Fehlen vertragliche Regelungen, könnte der Influencer euch für die Abmahnung zur Verantwortung ziehen und Schadensersatz verlangen.
Deshalb ist es unerlässlich, klare AGBs und Verträge zu haben. Sie schützen nicht nur euch, sondern auch den Kunden und stellen sicher, dass Haftungsgrenzen und Verantwortlichkeiten festgelegt sind.
Ohne Absicherung x transparent definierten Abnahmen spielt ihr mit Feuer – und das kann eure Existenz gefährden. Aber weil ihr ein professionelles Business führen wollt, denkt ihr daran. Auch wenn die Haftbarkeit dann beim Kunden liegen sollte, wisst ihr was ihr macht und das kommt nicht vor, weil die Motivation darin liegt, sich gegenseitig zu unterstützen und professionell zu arbeiten.
Hast du überhaupt gelernt?
Noch ein Punkt, der in dieser aktuellen Debatte aufkam, bei der es darum ging, ob ein Cutter / Kreativer überhaupt X Geld verdienen „darf“… Es geht um Fähigkeiten, Mehrwert und Persönlichkeit – nicht um Schulabschlüsse.
Und tendenziell könnt ihr als Cutter / Kreativer auch 100.000 Euro im Monat verdienen oder 500.000 Euro etc., sobald jemand so sehr davon überzeugt ist, dass er DEN Mehrwert von euch hat und mit eurer Arbeit viel mehr Geld generiert als er „investiert“ und keinen Stress danach hat.
Das Gleiche gilt übrigens für den Influencer x jeden Selbstständigen.
Das ist Business und je nach Kunde…
Sky is the Limit.
Wie werde ich erfolgreich?
Ehrlichkeit. Fokus. Vertragstreue. Professionelles Verhalten. Augenhöhe. Persönlichkeit. Weiterbildung. Können. Den Cut zur Arbeit finden und leben. Lachen. Niemals vergessen: Das Business kannst du ernst nehmen, aber deshalb musst du es nicht sein. Entfremde dich nicht und bleib in deiner Mitte.
Behandle jeden als einen normalen Mensch, sei aufmerksam, proaktiv, wenn es etwas neues gibt, was dem Kunden helfen könnte und mach einfach deinen Job. Es gibt keine Stars. Die machen genauso einfach nur ihren Job. Es ist alles nur in deinem Kopf.
Ich habe mit dem Adel übers Kacken geredet.
Bye.
Bonus 1 //Finanzielle Verantwortung: Der Schlüssel zu langfristigem Erfolg in der Selbstständigkeit
Es ist verständlich, dass die ersten Einnahmen in der Selbstständigkeit euphorisch stimmen können – schließlich ist es der erste greifbare Erfolg deiner Arbeit. Doch genau hier ist Vorsicht geboten: Ein finanzieller Höhenflug kann schnell zu einem Absturz führen, wenn du nicht an die langfristigen Verpflichtungen denkst. Als Selbstständiger bist du nicht nur für das Finanzamt verantwortlich, sondern auch für Urlaubsgeld, Krankengeld, Krankenversicherung, Weiterbildungen, Altersvorsorge und unvorhergesehene Ausgaben.
Es ist wichtig, frühzeitig Rücklagen für diese Bereiche zu bilden und nicht alles direkt in vermeintlich attraktive Investitionen zu stecken, die sich als kurzlebig erweisen könnten. Ohne vorausschauende Planung riskierst du, dass ein unerwartetes Ereignis deine Existenz bedroht. Denke strategisch, lege für die Zukunft zurück und schaffe dir ein stabiles Fundament, damit du langfristig erfolgreich und abgesichert arbeiten kannst.
Brauche ich das wirklich?
- Was ist der wahre Nutzen? Hilft mir dieser Kauf dabei, meine Ziele schneller zu erreichen oder ist er nur ein vorübergehender Spaß?
- Wird es mich langfristig weiterbringen? Ist es eine Investition in mich selbst, die sich später auszahlt, oder ist es ein impulsiver Kauf?
- Was ist der wahre Grund für den Wunsch? Strebe ich danach, das zu besitzen, weil es mir einen echten Mehrwert bietet / ich es einfach schon immer haben wollte und ein Traum ist oder geht es mir mehr um mein Ego und es anderen zu zeigen? (Alarm)
- Kann ich es mir auch leisten, wenn sich meine Einnahmen ändern? Was passiert, wenn ich mal weniger verdiene oder eine unerwartete Ausgabe habe?
- Wird es mein Leben oder mein Geschäft verbessern? Fördert es meine Karriere, Gesundheit oder mein persönliches Wachstum oder bietet es nur kurzfristige Ablenkung?
- Brauche ich es wirklich oder könnte ich es auch später holen? Ist es dringend notwendig oder könnte ich warten, bis ich finanziell noch besser aufgestellt bin?
- Kommen andere Dinge auf der Prioritätenliste zuerst? Was gibt es, das wichtiger ist und das meine Aufmerksamkeit mehr erfordert?
- Wird dieses Investment tatsächlich zu einem langfristigen Vorteil führen? Oder könnte es sich als unnötig herausstellen, wenn ich in ein paar Monaten darauf zurückblicke und die Steuern und andere Rechnungen anfallen?
- Wie nachhaltig ist es? Wird es mir noch lange nützlich sein oder ist es schnell veraltet oder irrelevant?
- Kann ich es auf andere Weise erreichen, ohne so viel Geld auszugeben? Gibt es eine günstigere oder kreativere Lösung, die denselben Zweck erfüllt?
Diese Fragen sollten dir helfen, klügere Entscheidungen zu treffen und dich nicht in kurzfristigen Konsum oder Luxus zu verlieren. Das richtige Maß an Ausgaben ist entscheidend, um nachhaltig erfolgreich zu bleiben und nicht in eine finanzielle Falle zu geraten.
Schau dir nochmal die Videos an und reflektiere, wie du dein Geld nicht nur für den Moment, sondern für deine langfristige Zukunft richtig einsetzt.
Bonus 2 //Warum arbeitest du zu viel? Mindset und Selbstwert – Eine andere Perspektive
In der kreativen Szene sehe ich es immer wieder: Viele Cutter und Kreative fühlen sich gezwungen, jeden Auftrag anzunehmen, alles zu machen, sobald die Anfrage kommt. Der Grund? Angst. Angst davor, den Kunden zu verlieren. Angst davor, nicht gut genug zu sein. Angst davor, zu scheitern.
Das Traurige daran ist: Hinter dieser Angst steckt oft ein Gefühl der Wertlosigkeit. Das Gefühl, eine Enttäuschung zu sein, wenn man mal Nein sagt oder nicht liefern kann.
Wenn du solche Gedanken hast, solltest du innehalten und deine Selbstständigkeit vorübergehend herunterfahren. Nimm dir die Zeit, um herauszufinden, woher diese Gefühle kommen. Was bringt dich dazu, dich selbst so zu belasten? Warum verletzt du dich, indem du dich überforderst? Manche tun dies, indem sie sich physisch schaden. Andere stürzen sich in die Arbeit, sagen zu allem Ja – bis sie schließlich ausgebrannt sind. Am Ende stehen Burnout, Depressionen und genau das, was sie durch ihre Arbeit eigentlich vermeiden wollten: Das Gefühl, wertlos oder eine Enttäuschung zu sein. Selbsterfüllende Prophezeiungen.
Doch die Wahrheit ist: In solchen Momenten lenkst du dich nur von deinem Leben ab. Deine Arbeit wird zur Flucht – eine Flucht vor dem, was dich innerlich bedrückt, vor dem, was dich zurückhält und runterzieht. Wenn deine Arbeit das Leben verdrängt, ist das kein erfülltes Leben.
Was kannst du tun?
Wenn du dich darin wiedererkennst, hol dir Hilfe. Keine Selbsthilfegruppen auf Social Media, keine „Coaches“ oder „psychologische Berater“. Geh zu einem ausgebildeten Psychologen oder Therapeuten. Es mag dauern, bis du einen Termin bekommst, aber es wird sich lohnen. Hab Geduld mit dir selbst und nutze diese Zeit, um wieder auf die Beine zu kommen. Prävention ist immer besser, als auf einen Zusammenbruch zu reagieren. Und wenn du diese Themen angehst, wirst du nicht nur dein Leben, sondern auch deine Arbeit auf ein neues Level heben.
Ergänzung: Schau mal bei Selfapy vorbei, um eventuelle Wartezeiten zu überbrücken und schon erste Entdeckungen x Fortschritte zu machen.
Perspektivwechsel
„Ich arbeite mit dir, weil ich deine Arbeit schätze – und dich als Person. Unsere Zusammenarbeit gibt mir Sicherheit, weil ich weiß, dass ich mich auf dich verlassen kann. Wir haben ein eingespieltes Verhältnis, das mir Stabilität und Komfort bietet. Und ich weiß, dass ich nicht jedes Mal bei null anfangen muss, wenn es um neue Projekte geht.“
Das sind meine Gedanken bei Menschen, mit denen ich gerne arbeite. Und so denkt jeder verantwortungsvolle Unternehmer. Weil du für mich, trocken gesagt x fernab vom Emotionalen, auch effizient und wirtschaftlich bist.
Aber dein Geschäftspartner ist kein Gedankenleser. Wenn du überlastet bist oder Probleme hast, liegt es an dir, das offen zu kommunizieren. Ein guter Partner wird dir entgegenkommen, weil er dich langfristig als Partner behalten möchte.
Vielleicht schlägt er vor, für eine Übergangszeit einen Ersatz zu finden oder das Arbeitspensum anzupassen. Und er wird froh sein, dich wieder im Team zu haben, wenn du zurückkommst.
Was, wenn dein Partner anders reagiert?
Sollte dein Partner auf solche Gespräche nicht verständnisvoll reagieren und dich nur als ein Werkzeug betrachten, ist das ein Warnsignal. Eine Zusammenarbeit, die nur auf Ausbeutung basiert, ist keine Partnerschaft. Es mag schwer sein loszulassen, aber letztlich gewinnst du mehr, als du verlierst – nämlich Respekt vor dir selbst und Raum für bessere Beziehungen!
Bonus 3 //Prävention vor dem Untergang – Tipps für ein stabiles Leben
Selbstständigkeit kann erfüllend, aber auch belastend sein. Um langfristig gesund, ausgeglichen und leistungsfähig zu bleiben, ist es wichtig, präventiv für die eigene mentale und physische Gesundheit zu sorgen. Hier sind einige Empfehlungen, die dir helfen, nicht nur produktiv zu bleiben, sondern auch dein Leben abseits der Arbeit zu genießen.
Das absolute Minimum: Deine tägliche Grundlage
- Bewegung:
Mache täglich Sport – egal ob Yoga, Laufen, Fitnessstudio oder einfach ein ausgiebiger Spaziergang. Dein Körper ist die Grundlage für alles, was du erreichen möchtest. - Hobby ohne Bildschirm:
Suche dir eine Aktivität, die nichts mit deinem Smartphone, Computer oder Fernseher zu tun hat. Das könnte Instrumente spielen, Modellbau, Häkeln oder Zeichnen sein. Es hilft dir, deinen Kopf freizubekommen und Stress abzubauen. - Reflexion:
Führe ein „3-Minuten-Tagebuch“ oder ein ähnliches Journal. Schreibe jeden Morgen und Abend deine Gedanken, Ziele oder Erfolge auf. Ich persönlich fand das „KLARHEIT“-Journal hilfreich, um meinen Fokus zu finden. Hier könnt ihr mehr darüber erfahren: https://www.halloklarheit.de/pages/freelancer
Je nach Geschmack: Kleine Rituale für große Wirkung
- Abendspaziergänge:
Bewege dich vor dem Schlafengehen und reflektiere noch einmal den Tag. Es hilft, den Kopf freizubekommen und Schlafprobleme zu reduzieren. - Achtsame Rituale:
Gönne dir jeden Tag einen Moment der Ruhe, z. B. mit einer French Press-Kaffeezeremonie oder der traditionellen Zubereitung von Matcha-Tee. Es sind nur wenige Minuten, aber sie geben dir Kraft und Ruhe. - Zeit fürs Essen:
Nimm dir Zeit für eine ausgewogene Mahlzeit – sei es morgens oder mittags. Nutze die Gelegenheit, um Nachrichten zu lesen, ein Hörbuch x Podcast zu hören oder dich einfach zu entspannen. Eine gute Ernährung, die deinem Körper Energie gibt, ist essenziell. Vermeide, ständig mit Koffein gegen Erschöpfung anzukämpfen – das führt auf Dauer zum Kollaps.
Organisation und Struktur
- E-Mails bewusst handhaben:
Setze feste Zeiten für das Beantworten von E-Mails. Du musst nicht auf jede Nachricht sofort reagieren. Wer etwas Dringendes will, kann anrufen. Gönne dir ungestörte Phasen, in denen du dich fokussieren kannst. - Apps zur Unterstützung:
Tools wie „Fabulous“ oder „Habitica“ können dir helfen, deinen Alltag zu organisieren – sowohl für Arbeit als auch Freizeitaktivitäten. Finde die App, die am besten zu dir passt, und probiere sie aus.
Soziale Verbindungen: Bleib nicht allein
- Treffe Menschen:
Gehe raus, treffe dich mit Freunden oder engagiere dich ehrenamtlich. Gruppentreffen, Brettspielabende oder Sportvereine bieten Gelegenheiten, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Plattformen wie Meetup können dir helfen, passende Veranstaltungen oder Gruppen in deiner Nähe zu finden. - Netzwerke für Selbstständige:
Besuche Treffen oder Veranstaltungen für Selbstständige. Solche Netzwerke bieten nicht nur wertvolle Kontakte, sondern auch Unterstützung und Inspiration.
Bonus 4 //Noch einmal Mindset: „Ich habe Angst, komplett zu versagen und dass die Selbstständigkeit nichts wird“
Zuerst einmal: Diese Angst ist völlig normal. Sie gehört dazu, wenn du dich auf unbekanntes Terrain wagst. Aber lass uns einen Moment innehalten und darüber nachdenken: Was ist eigentlich das Schlimmste, das passieren kann?
Solange du verantwortungsvoll mit dir und deinen Ressourcen umgegangen bist und es am Ende doch nicht klappt, hast du immer noch etwas unglaublich Wichtiges geschafft: Du hast es versucht. Und das ist so viel besser, als dich später einmal zu fragen: „Was wäre gewesen, wenn ich es gewagt hätte?“ Diese unbeantworteten Fragen sind es, die dich irgendwann wirklich quälen könnten.
Also, Glückwunsch! Du bist mutig genug gewesen, deinen Traum zu verfolgen. Wenn es nicht funktioniert hat, ist das kein Drama. Stattdessen hast du wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Vielleicht möchtest du jetzt reflektieren:
- Warum hat es nicht geklappt?
- Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?
- Liegt es daran, dass Selbstständigkeit doch nicht das Richtige für dich ist?
Das alles sind wichtige Fragen, die dich wachsen lassen können. Und falls du zum Entschluss kommst, dass du dich in einem Angestelltenverhältnis wohler fühlst – ist das vollkommen in Ordnung. Niemand bewertet dich dafür. Selbstreflexion und die Bereitschaft, aus deinen Erfahrungen zu lernen, sind der Schlüssel zu einem erfüllten Leben.
Das Glück, in einem Sozialstaat zu leben
Wenn du mit der Selbstständigkeit „scheiterst“, aber verantwortungsvoll mit deinen Ressourcen umgegangen bist, dann sei dir bewusst, wie privilegiert du bist, in einem Land zu leben, das dir eine zweite Chance gibt:
- Grundsicherung: Deine Miete wird bezahlt, du hast warmes Wasser und etwas im Kühlschrank.
- Neuanfang: Du hast die Möglichkeit, dich neu aufzustellen, umzudenken und vielleicht etwas ganz anderes auszuprobieren.
- Flexibilität: Ob Weiterbildung, Umschulung oder neue Bewerbungen – es stehen dir Wege offen.
Scheitern ist nicht das Ende, sondern ein Wendepunkt. Nutze diese Chance, um zu überlegen:
- Was möchte ich wirklich machen?
- Was sind meine nächsten Schritte?
Scheitern ist keine Niederlage – es ist eine Erfahrung, die dir hilft, deine nächsten Schritte bewusster und klüger zu gehen.
Egal, wie es ausgeht, du bist gewachsen, hast gelernt und bist jetzt bereit für den nächsten Abschnitt.
Noch kein Kommentar, Füge deine Stimme unten hinzu!